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Schnecken rausnehmen pro und contra

Ich nehme Schnecken immer mal raus zum Fotografieren oder um zu schauen wie sie wachsen... Das ist kein Problem für gängige Arten und macht ihnen nichts aus. Sie kennen ja auch unseren Geruch durchs füttern und die wenigsten stört es.

Ein großes Problem sehe ich aber gerade bei Anfängern das häufig der Wachstumsrand dabei eingedrückt wird. Gerade an der Naht kann das dann zu Wachstumsproblemen führen. Der Wachstumsrand ist butterweich! Mir ist es auch schon des öfter passiert das ich ihn beschädigt habe (bei 100derten Schnecken in den letzten 15-20 Jahren passiert das nun mal). Aber mit der Zeit wird man immer geschickter und so Missgeschicke passieren mir inzwischen kaum mehr. Trotzdem gehört das gesagt.

Das 2. Problem sehe ich oft in der Fehlinterpretation vom Verhalten der Schnecken. Wenn Schnecken ihren Kopf in die Höhe Strecken und manchmal sogar dabei wackeln suchen sie einem Ast oder irgendetwas zum Festhalten um einfach weiterzuschleimen. Sie sind so gut wie blind. Für uns schaut das lustig aus ist aber im Grunde Fluchtverhalten bzw. einfach der Versuch wegzukommen. Das Kuscheln bzw. das sie gern am Hals gekrault werden ist Paarungsverhalten. Nicht mehr und nicht weniger. Sie reagieren nun mal darauf. Das hat nichts mit kuscheln zu tun. Ich würde es nicht machen (stimulieren ja auch meine Katze oder Hund nicht) aber die Entscheidung bleibt jedem selbst überlassen. Aber die Behauptung das Schnecken aus Zutraulichkeit gerne kuscheln ist nun mal falsch.

Von in den Garten setzen oder Auslauf gewähren würde ich jetzt ernsthaft Abstand nehmen. Das bringt den Schnecken gar nichts. Schnecken gibt ihre Umgebung und Zuhause Sicherheit. Sie benutzen sogar ihre gelegten Schleimspuren. Deshalb sind sie ja auch so nervös wenn das Terra geputzt wird. Ihre "Autobahnen" wurden quasi zerstört.

Und natürlich muss man auch dazu sagen das Schnecken wie Lissachachatina fulica nun mal recht anpassungsfähig sind. Sonst wären sie nicht invasiv. Also passen sie sich auch an das Terraleben an mit rausgehen streicheln usw. Es gibt aber auch empfindlicher Arten. Da würde ich davon Abstand nehmen. Die können den Stress vom ständigen händeln eventuell nicht so gut ab. Deshalb sollte man nicht von L. fulica oder Archachatina marginata ovum auf andere Arten schließen. Das ist auch der Grund warum eben L. fulica und A. m. ovum als Anfängertiere gelten.

Das Bild zeigt einer meiner Archachatina ventricosa wo man sieht wie ich Tollpatsch den Wachstumsrand eingedrückt hab. Sie es aber sofort repariert hat. Man sieht inzwischen nichts mehr.

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